#026 Angesteckt! – Was eine Handvoll Erdnüsse über deine Laune verrät

Shownotes

Dein Tag war eigentlich richtig gut, und kaum betritt jemand mit schlechter Laune den Raum oder wirft die Schlüssel zu laut auf den Tisch, bist du zehn Minuten später selbst gereizt und kurz angebunden? In dieser Episode entschlüsseln wir, warum unser Nervensystem fremde Gefühle oft ungefragt mitspielt und warum Mitfühlen evolutionär schneller ist als Nachdenken.

In dieser Folge erfährst du:

• Die Entdeckung der Spiegelneuronen: Wie ein hungriger Wissenschaftler in Parma beim Griff nach einer Erdnuss die Hirnforschung revolutionierte.

• Die menschliche Antenne: Warum unser Gehirn für Anspannung und Gefahr oft den besseren Empfang hat als für Gelassenheit.

• Die Lehrerzimmer- & Klassenraum-Falle: Warum Schülerinnen und Schüler perfekte Spiegel für deine eigene Energie sind und wie du verhinderst, ungefragt fremde Erdnüsse einzustecken.

• Nullpunkt setzen: Wie du durch einen kurzen Vorher-Wert an der Tür erkennst, ob eine Emotion wirklich deine eigene ist.

• Ruhe als Ansteckungsquelle: Warum Gelassenheit genauso ansteckend wirkt wie Stress – und wie du zum Ruhepol für deine Umgebung wirst.

✨ Dein Mikro-Auftrag für heute: Nutze den „Erdnuss-Check“: Bevor du einen Raum betrittst (Klassenzimmer, Lehrerzimmer oder Wohnung), forme mit Daumen und Zeigefinger eine kleine Prise, als würdest du eine unsichtbare Erdnuss halten. Frage dich: „Ist die gerade meine?“ Wenn ja, halte sie ruhig fest. Wenn nicht, öffne bewusst die Hand, lass sie fallen und gehe erst dann hinein.

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Du bist wichtig. Du bist richtig. DU gestaltest Zukunft. Behalte deine eigene Erdnussschale! 💚

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Transkript anzeigen

00:00:03: Dein Partner, deine Partnerin kommt nach Hause.

00:00:06: Sagt erst mal nicht viel, wirft nur die Schlüssel etwas zu laut auf den Tisch, seufzt es einmal tief und macht den Kühlschrank auf – obwohl er oder sie genau weiß dass da nichts ist was gerade irgendetwas besser macht.

00:00:19: Dir!

00:00:20: Dir ist nichts passiert.

00:00:21: dein Tag war sogar richtig gut bis genau zu diesem Moment.

00:00:26: Und trotzdem, keine zehn Minuten später bist du selbst kurz angebohnt und gereist als hätte man dir ganz persönlich die Laune verdurben.

00:00:38: Und das Fieses daran?

00:00:40: Du merkst es meistens erst wenn es schon zu spät ist.

00:00:43: Erst beim dritten generften Satz den du selbst rausgehauen hast fällt ihr auf Moment.

00:00:49: Worüber bin ich hier eigentlich sauer?

00:00:52: Mir ist doch gar nichts passiert.

00:00:53: Mein Tag war gut Die schlechte Laune waren nie deine.

00:00:58: Sie hat sich einfach bei dir eingenistet wie ein ungebetener Mitbewohner, der auch noch die Fernbedienung mitbringt.

00:01:09: Heute schauen wir uns an warum wir fremde Launen manchmal so mühelos übernehmen als wären es unsere eigenen und was das Ganze mit einer Handvoll Erdnüsse und einem ziemlich hungrigen Wissenschaftler in einem italienischen Labor zu tun hat!

00:01:25: Willkommen bei Happy Campus.

00:01:29: Ich bin Manuela Schneider, Gründerin von Happy Campos Heilpraktikerin für Psychotherapie-Möglichmacherinnen und Zukunftsgeschalterin.

00:01:36: Schön dass du wieder da bist!

00:01:38: Ich habe heute einen Fakt aus der Hirnforschung mitgebracht – und ich sage gleich vorweg ganz sauber ist die Geschichte dahinter nicht.

00:01:48: Es geht um Affen denen für diese Forschung Elektroden ins Gehirn operiert wurden damit man einzelne Nervenzellen messen konnte.

00:01:58: Ein invasiver Eingriff, der heute nach aktuellen ethischen Standards in dieser Form kaum noch genehmigt würde.

00:02:06: Ja ich weiß was du jetzt denkst!

00:02:08: Noch mehr Forschung auf Kosten von Tieren?

00:02:10: muss das sein?

00:02:12: Nein.

00:02:13: Ehrlich gesagt nein, nein, NEIN.

00:02:17: Aber die Erkenntnis ist nun mal da und wegschauen macht sie nicht ungeschehen.

00:02:22: Ich erzähl dir deshalb diese Geschichte trotzdem weil das Ergebnis wichtig Aber eben ohne es schön zu reden.

00:02:31: Anfang der Ingenieurin hat ein Forschungsteam rund um Giacomo Rizzolatti in Parma genau das gemacht.

00:02:42: Das Team wollte ursprünglich messen, welche Nervenzellen aktiv werden wenn eine Erdnuss schnappt.

00:02:51: Reichlich trockene Erdnesskost auf Forschungsprojektebene.

00:02:55: so war der Versuchsaufbau!

00:02:59: Und dann, in einer Pause, griff einer der Forschenden selbst nach einer Erdnuss.

00:03:05: Einfach so aus Hunger ohne jeden Hintergedanken!

00:03:29: Ungeplante Entdeckung.

00:03:32: Jemand hatte einfach Hunger, griff in die Erdnussschale und die Wissenschaftsgeschichte bekam ein neues Kapitel.

00:03:43: Diese Zellen bekamen später den Namen Spiegelneuron.

00:03:48: Forschende vermuten, dass etwas Ähnliches auch bei uns Menschen passiert.

00:03:51: Wenn wir einander beobachten.

00:03:53: wie genau sich das aber auf komplizierte menschliche Gefühle übertragen lässt ist bis heute Gegenstand hitziger Debatten oder Fachleuten.

00:04:03: ganz so einfach wie es oft dargestellt wird – ist es nämlich nicht!

00:04:07: Auch das muss hier gesagt werden denn in diesem Podcast bekommst du ganze Wahrheiten.

00:04:13: Halbwegs einig sind sich die Forschenden aber hierüber.

00:04:18: Unser Gehirn spielt innerlich mit, was es bei anderen beobachtet.

00:04:25: Und heute schauen wir uns an, was das mit deiner eigenen Stimmung macht wenn du mit anderen Menschen in einem Raum bist und wie du lernst deine Stimmung von einer Gespiegelten zu unterscheiden!

00:04:44: Was bei den Affen mit einer einzelnen Erdnuss passierte passiert bei uns im Großen?

00:04:51: Nur zum Glück ohne Elektroden und meistens auch ohne Erdnüsse.

00:04:55: Unser Gehirn unterscheidet nicht sehr sauber zwischen.

00:05:00: ich fühle das gerade, und ich sehe nur dass jemand anderes das fühlt.

00:05:06: Ein Teil unseres Nervensystems spielt innerlich mit was wir bei anderen beobachten Mimik Körperhaltung Tonfall sogar das Tempo in dem jemand seine Kaffeetasse auf den Tisch stellt.

00:05:22: Der Grund dafür ist ziemlich simpel.

00:05:26: Mit fühlen geht schneller als nachdenken.

00:05:30: Kommt jemand mit hochrotem Kopf ins Lehrerzimmer, weißt du in Sekundenbruchteilen das gerade irgendwo was eskalierte?

00:05:37: Ganz ohne dass dir jemand ein einziges Wort davon erzählt hat!

00:05:42: Dein Nervensystem hat den Fall schon übernommen bevor dein Verstand überhaupt gefragt wurde.

00:05:52: Nur, dass unser Kopf bis heute nicht besonders gut zwischen echter Gefahr und der schlechten Laune eines anderen Menschen nach einem anstrengenden Arbeitstag unterscheidet.

00:06:02: Beides landet in derselben inneren Abteilung Dringlichkeitsstufe rot.

00:06:08: sofort bearbeiten!

00:06:10: Und die gute Nachricht dabei?

00:06:12: Dasselbe Prinzip funktioniert genauso mit guter Laune.

00:06:16: Ein Kollege eine Kollegin, der die wirklich entspannt zur Tür reinkommt Steckt den Raum genauso an wie jemand mit schlechter Laune nur eben angenehmer.

00:06:27: Du bist also keine hilflose Antenne für Katastrophen, du bist einfach eine Antenne.

00:06:33: Für alles!

00:06:35: Mit nur einem Haken.

00:06:37: Für schlechte Laune hat diese Antenne den besseren Empfang.

00:06:41: Ärger und Anspannung kommen bei dir lauter und schneller an als gelassen heut.

00:06:46: Dein Gehirn hört bei Gefahr einfach aufmerksamer zu.

00:06:54: Für Lehrkräfte ist das besonders knifflig.

00:06:57: Du bedirbst einen Raum voller aufgeregter, gestresster oder auch trauriger Schüler und Schülerin?

00:07:03: Und ohne ein einziges Wort zu wechseln trägst du einen Teil davon plötzlich selbst mit dir herum wie eine unsichtbare Erdnuss die dir jemand ungefragt in die Tasche gesteckt hat.

00:07:16: Und nein!

00:07:17: Das hat nichts mit mangelnder Abgrenzung zu tun.

00:07:20: Das ist schlicht... da ein Gehirn ausgerichtet ist.

00:07:25: Und dann diese leise Stimme in dir, warum bin ich jetzt eigentlich so genervt?

00:07:29: Ihr habt doch gar nichts gemacht!

00:07:31: Genau das ist der Punkt.

00:07:35: und weil das so automatisch passiert merken viele Menschen erst wenn der Tag fast vorbei ist und sie reflektieren.

00:07:43: Eigentlich war heute ein guter Tag.

00:07:45: was denn nur passiert was mich so hat fühlen lassen?

00:07:51: und ihr fällt nichts ein Denn deine Gefühle waren die ganze Zeit geliehen.

00:07:55: Gespielt!

00:07:56: Und das kann natürlich auch von dir ausgehen, dass du den Raum anspannst und dein Gegenüber spürt deine Stimmung oft schneller als ihr liebes noch bevor du überhaupt ein Wort gesagt hast.

00:08:09: Schülerinnen sind übrigens Megaspiegel für dich.

00:08:14: An ihre Geschwindigkeit kommst du nie ran.

00:08:18: Willst Du also wissen welche Stimmung Du hast?

00:08:20: Frag Deine Klasse Scherz beiseite.

00:08:23: Ist aber ziemlich oft so, oder?

00:08:27: Der Anspruch immer neutral zu bleiben, egal was um uns herum passiert ist deshalb auch ziemlich unrealistisch.

00:08:34: Wir sind einfach nicht so gebaut!

00:08:36: So gerne wir uns das manchmal einreden würden.

00:08:40: Wir stimmen uns auf die Stimmung im Raum Einfach ein.

00:08:49: Und was hilft jetzt dagegen?

00:08:52: Die spiegelnde Ansteckung kannst du nicht komplett verhindern Punkt Das ist so.

00:08:58: Ansonsten würde das bedeuten, komplett abzustumpfen und dann bist du nicht mehr empathisch sondern einfach nur noch ein Stück Wand.

00:09:06: Ich weiß nicht.

00:09:06: auf jeden Fall will das hier glaube ich niemand so wirklich.

00:09:12: Was hilft?

00:09:13: Ist ein kurzer Moment bewusster Gegenwart Kurz innehalten und dich fragen ist das gerade meine Stimmung?

00:09:20: oder habe ich sie mir irgendwo unterwegs eingefangen?

00:09:23: Eingespiegelt sozusagen wie eine Erkältung im November?

00:09:27: Diese eine Frage reicht oft schon, um wieder bei dir selbst anzukommen statt einfach nur mitzuschwemmen.

00:09:35: Der Moment des Innerhaltens unterbricht nämlich den Autopiloten für einen Augenblick und genau in diesem kurzen Moment entscheidest du ob die fremde Stimmung bei dir einzieht oder nur kurz zur Besuch war sowie ein Affe der die Erdnuss zwar sieht aber selbst überhaupt nicht hingegriffen hat.

00:09:54: Und weil Ansteckung eben in beide Richtungen funktioniert, wird dieser kurze Moment der eigenen Ruhe fast automatisch zum Geschenk für alle anderen im Raum.

00:10:05: Einfach nur ruhig gelassen ist genauso ansteckend wie gereizt – nur netter!

00:10:12: Für alle Beteiligten.

00:10:18: Praktisch heißt das bevor du den Raum betrittst indem du weißt dass gerade dicke Luft herrscht Sei es das Klassenzimmer nach der großen Pause oder die Wohnung nach einem miesen Tag für deine Familie, nimm dir zwei drei Sekunden bevor du reingehst.

00:10:37: Frag dich kurz wie fühle ich mich gerade bevor ich reingehe?

00:10:43: Das ist dein Vorherwert!

00:10:46: Dein persönlicher Nullpunkt und wenn Du später merkst dass sich Deine Stimmung verändert hat frag Dich.

00:10:53: Gehört das eigentlich mir oder habe ich das gerade gesehen, wie jemand eine Erdnuss geschnappt hat die gar nicht für mich bestimmt war?

00:11:01: Die Antwort muss nicht sofort feststehen.

00:11:04: Allein die Frage reicht schon um wieder ein Stück Abstand zu gewinnen.

00:11:10: Das lohnt sich übrigens auch wieder in beide Richtungen.

00:11:15: Gehst du selbst mit Anspannung in einen Raum reicht manchmal ein bewusster Atemzug an der Tür Damit du nicht ungefragt zum Erdnusspender für alle anderen wirst.

00:11:29: Und falls dir das gerade too much erscheint mit Daumen und Zeigefinger unsichtbare Erdnisse zu jonglieren, glaubt mir!

00:11:37: Du machst grade eh schon den ganzen Tag nichts anderes nur ohne dass es bisher einen Namen hatte.

00:11:45: Heute haben wir geschaut, da sein Affen hierhin schon mal einem fremden Griff zur Erdnis reagiert als würde selbst zugreifen.

00:11:52: Bei einem Menschen braucht es nicht mal die Erdnuss, ein Blick oder einen Tonfall reicht meistens völlig aus.

00:11:58: Und hier ist dein Mikroauftrag für die kommenden Tage!

00:12:02: Der Erdnos-Check.

00:12:05: Bevor du einen Raum betrittst – egal ob in einem Klassenraum, das Lehrerzimmer oder deine eigene Wohnung – Form mit Daumen und Zeigefinger kurz eine kleine Prise so als würdest du eine unsichtbare Erdnoßalte.

00:12:26: frag dich einfach Ist die gerade meine?

00:12:30: Wenn ja!

00:12:31: Halt sie rückfest.

00:12:32: Wenn nicht, öffne die Hand und lass sie los bevor du reingehst.

00:12:39: Schön dass Du heute wieder dabei warst.

00:12:41: Nächste Woche schauen wir uns an wie Robin ihren Puls in Sekunden fast auf null runterfahren und warum ausgerechnet kaltes Wasser dein Herz manchmal schneller berührt als jedes gute Argument.

00:12:53: Das war Happy Campus Und wenn du merkst, dass dir das Abgrenzen von fremden Stimmungen besonders schwer fällt und du immer wieder das Greifen nach Erdnüssen der anderen als deins spiegelt.

00:13:05: Dann lade ich dich herzlich in die Happy Campus Community ein!

00:13:09: Dort bin ich alle drei Tage mit einem kleinen Mikromoment an deiner Seite und einmal im Monat gehen wir – in unserer Online-Fortbildung richtigen die Tiefe für das was im Alltag zu kurz kommt – beruflich wie privat Vereinbarer ein Informationsgespräch auf www.happy-campus.de.

00:13:29: Komm dazu!

00:13:30: Wir warten auf dich, werdet teil der HCC.

00:13:34: Such dir deine eigene Erdnusschale und bleib dabei egal ob jemand neben dir vielleicht Popcorn hat Für Dich.

00:13:42: Du bist wichtig du bist richtig Du gestaltest Zukunft Deine.

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