#028 Die Rutschbahn-Raben – Warum du keinen Grund brauchst, um Spaß zu haben
Shownotes
Ertappst du dich auch dabei, dass du eine Kritzelei auf der Einkaufsliste schnell wegschiebst, wenn jemand in die Küche kommt? Oder dass dein liebstes Hobby plötzlich zur Pflichtaufgabe für den nächsten Kuchenbasar wird? In dieser Episode entlarven wir den inneren Kontrolleur im Gehirn, der ständig fragt: „Wofür ist das gut?“
**Sehr betonter Text**In dieser Folge erfährst du:
• Die snowboardenden Raben: Warum Vögel im russischen Winter mit Flaschendeckeln verschneite Dächer hinunterrutschen – ganz ohne Nutzen, Beute oder evolutionären Vorteil.
• Der innere Produktivitäts-Check: Warum unser reifender präfrontaler Cortex jede Freude in eine nützliche Pflichtübung verwandeln will.
• **Der Overjustification-Effekt: **Wie äußere Belohnungen, Likes und Pflichten die intrinsische Freude an kreativen Tätigkeiten schleichend auffressen.
• Schutz vor der Zweck-Maschine: Warum manche Momente (Summen beim Abwasch, zielloses Stöbern) genau dann am stärksten nähren, wenn sie völlig undokumentiert bleiben.
• **Alltags-Architektur: **Warum „weil es Spaß macht“ eine vollständige, vollwertige Begründung ist.
✨ Dein Mikro-Auftrag für heute: Mache den „Raben-Rutsch“: Nimm dir heute ein paar Minuten für etwas absolut Zweckfreies (Spiralen kritzeln, dich im Bürostuhl drehen, barfuß übers Gras laufen). Wenn danach die leise Stimme fragt „Wofür war das jetzt gut?“, antworte nicht. Spüre stattdessen nach, wie befreiend sich dieses Nicht-Rechtfertigen im Körper anfühlt!
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Du bist wichtig. Du bist richtig. DU gestaltest Zukunft. Frag nicht, wofür es gut war – rutsch einfach nochmal! 💚
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Transkript anzeigen
00:00:04: Du sitzt am Küchentisch, das Nudelwasser braucht noch ein paar Minuten und während du so wartest beginnst du völlig automatisch urnach zu denken kleine Spiralen auf den Rand der Einkaufsliste zu kritzeln.
00:00:14: Keine Kunst kein Muster kein Ziel nur der Stift er sich im Kreis dreht während in deinem Kopf gerade mal nichts bestimmtes passiert.
00:00:22: Es fühlt sich gut an auf eine Art die du gar nicht erklären könntest wenn man dich danach fragen würde.
00:00:28: Und dann fragt dich tatsächlich jemand danach.
00:00:31: Dein Partner, deine Tochter, wer auch immer in die Küche kommt schaut über deine Schultern und fragt was malst du denn da?
00:00:38: Du merkst wie sich sofort in dir etwas zusammenzieht.
00:00:42: Ach nichts sagt so schnell und schiefst den Zettel ein Stück zur Seite als wärst du bei irgendetwas verboten und erwischt worden.
00:00:49: Dabei ist dann nur eine Spirale keine Straftat kein Geheimnis nur eine spirale oder irgendwelche Kreise.
00:00:59: Später ein Bett, denkst du kurz darüber nach.
00:01:02: Warum du den Zettel eigentlich weggeschoben hast?
00:01:05: Es war ja wirklich nichts dabei!
00:01:07: Niemand hätte dich verurteilt für ein paar Kritzeleien und trotzdem hattest du in diesem Moment reflexartig das Bedürfnis sich zurechtfertigen oder wenigstens einen Grund zu finden der die spirale den Kreis irgendwie sinnvoll macht.
00:01:21: Das entspannt die Hand, das schult die Feinmotorik irgendwas dass nach Zweck klingt weil ich habe einfach Lust drauf Sie ist seltsam nackt anfühlt als Antwort, so als müsste jede Handlung eine Quittung vorlegen können.
00:01:35: Sonst zählt sie nicht!
00:01:40: Warum eigentlich?
00:01:42: Warum reicht uns – weil es Spaß gemacht hat – als Erklärungen so selten aus?
00:01:47: Die Antwort kommt heute von ein paar sehr cleveren Vögeln die im Schnee genau das tun was du mit deiner Spirale getan hast und zwar völlig ungeniert.
00:02:01: Willkommen Ich bin Manuela Schneider, Gründerin von Happy Campos, Heilpraktikerin für Psychotherapiemöglichmacherinnen und Zukunftsgestalterin.
00:02:12: Schön dass du da bist!
00:02:15: Mein Fakt heute kommt aus dem verschneiten Winter Russlands gefilmt von mehreren Menschen die ihren Augen erst nicht trauen wollten.
00:02:26: Krähen und Raben wurden dabei beobachtet, wie sie sich einen Gegenstand schnappten.
00:02:32: Einen Flaschendeckel, ein Stück Plastik, manchmal auch ein Stück Rinde, sich damit auf ein schneebedecktes Dach setzten oder stellten?
00:02:41: Und dann einfach hinunter rutschten – wir auf einem Schlitten!
00:02:45: Manche Tiere wiederholten das gleich mehrfach hintereinander, manchmal dutzende Male bis der Deckel irgendwo im Schnee verschwindet oder es dunkel wird.
00:02:56: Fliegen Sie wieder hoch aufs Dach und rutschen einfach noch einmal.
00:03:03: Verhaltensbiologen wie zum Beispiel Bernd Heinrich haben genau das jahrelang dokumentiert, um die spannende Frage dahinter war – warum tun sie das?
00:03:16: Es gibt keine Beute am Ende der Rutschbahn, es hilft ihnen nicht ein Partner zu finden, es macht sich auch nichts sicherer vor Fressfeinden.
00:03:24: im Gegenteil, es kostet nur Energie!
00:03:29: Die ehrlichste Antwort, auf die sich die Forschung am Ende einigt.
00:03:34: Es macht ihn offenbar einfach Spaß!
00:03:38: Reines zweckfreies Spielverhalten bei einer Vogelart der wir es eigentlich am wenigsten zutrauen würden.
00:03:51: und das ist ziemlich bemerkenswert wenn man bedingt wie viel Aufwand wir Menschen betreiben um jeder Tätigkeit nachträglich einen Sinn anzudichten.
00:04:01: Der Rabe braucht dafür keine Rechtfertigung.
00:04:03: Errutscht?
00:04:04: Weil rutschen sich gut anfühlt, fliegt hoch und rutscht einfach wieder!
00:04:09: Und genau darum soll es heute gehen – um das was passiert wenn wir eine Freude erst dann erlauben wenn sie sich irgendwie lohnt oder was wir vielleicht dabei verlieren.
00:04:27: Was in dir passiert, wenn du den Krizzel-Zektell wegschiebst hat einen Namen, den du wahrscheinlich schon kennst ohne ihn je bewusst genutzt zu haben?
00:04:39: Der innere Produktivitätscheck.
00:04:43: Eine Art automatischer Prüfer der bei fast jeder Handlung leise nachfragt – wofür ist das gut?
00:04:50: Was bringt mir das?
00:04:52: Wofür führt das
00:04:52: hin?!
00:04:54: Bei den meisten Dingen, die wir tun hat dieser Prüfer sofort eine Antwort parat.
00:05:00: Joggen – Fitness Ein Buch lesen?
00:05:03: Bildung.
00:05:04: Sogar Hobbys müssen inzwischen oft irgendetwas abwerfen ein hübsches Foto für später Eine neue Fähigkeit, eine Geschichte, die man sich erzählen kann Und dann kommt plötzlich einen Spiraler auf einer Einkaufsliste daher Ohne jeden Nutzen und der prüfer findet nichts Keine Antwort, keine Rechtfertigung.
00:05:26: Nur ein leises mulmiges Gefühl von Zeitverschwendung.
00:05:34: Dabei ist dieser Prüfer nicht bösartig.
00:05:38: Er will dich eigentlich schützen vor Ablenkungen, vor Zeitverlust und vor Dingen die dich angeblich nicht weiterbringen.
00:05:46: Nur hat er eine ziemlich große blinde Stelle.
00:05:51: Er kennt keine Kategorie für Einfach nur, weil es sich gut anfühlt.
00:05:58: Für ihn zählt das nicht als Grund und weil er so hartnäckig nachfragt verwandeln wir im Zweifel auch unsere Erholung noch in eine kleine Pflichtübung.
00:06:10: für einen Rahmen auf einem Flaschendeckel ist das offensichtlich kein Thema.
00:06:16: Und wo genau sitzt dieser Prüfer eigentlich?
00:06:18: Größensteils im präfrontalen Cortex, also dem Bereich direkt hinter deiner Stirn zuständig fürs Abwägen, Planen und genau dieses Kosten-Nutzen denken.
00:06:32: Das Spannende dieser Bereich ist der am längsten reifende Teil des ganzen Gehirns.
00:06:39: Er entwickelt sich bis weit ins zweite Lebensjahrzehnt hinein.
00:06:44: Was heißt das im Klartext?
00:06:46: Also ein einjähriges Kind, dass zum zehnten Mal denselben Löffel vom Hochstuhl wirft nur um zu sehen was passiert hat keinen Prüfer der fragt wofür soll das ganze gut sein.
00:07:00: Es gibt in diesem Alter schlicht noch keine Instanz im Gehirn die diese Frage überhaupt stellen könnte.
00:07:08: alles darf einfach sein weil es gerade ist.
00:07:13: Und noch etwas Interessantes.
00:07:15: Am Anfang eines Menschenlebens ist fast jedes zweckfreie Tun gleichzeitig hochwirksam, weil so gut wie jede Wiederholung irgendwas trainiert.
00:07:26: Grobmotorik, Ursache und Wirkung – das Gefühl für den eigenen Körper!
00:07:30: Nur merkt das Kind selbst davon überhaupt nichts?
00:07:32: Es wirft den Löffel runter um seine Feinmotoriker zu schulen….
00:07:35: Es wirft ihn, weil es gerade Lust darauf hat und den Nutzen entsteht so nebenbei als Abfallprodukt der Freude und nicht als Grund.
00:07:45: Der Prüfer zieht also erst später ein – so nach und nach um mit ihm die Gewohnheit jede Freude im Nachhinein rechtfertigen zu müssen!
00:08:01: Und genau hier liegt die typische Falle in die wir ständig laufen.
00:08:05: Wir versuchen, unsere zweckfreien Freuden nachträglich mit einem Zweck auszustatten weil pur zweckfrei sich zu wackelig anfühlt.
00:08:15: Du fängst an am Samstag zu backen einfach weil dir das Kneten von Teig gut tut.
00:08:21: du machst dein Foto schickst es deiner besten Freundin gibts den Nachbarn ein Stück ab einfach so aus freuderm Teil.
00:08:28: und dann kommt der Satz der alles verändert.
00:08:32: Das wäre doch was für den Kuchenbasar Oder das könntest du doch fürs Schulfest backen!
00:08:40: Und weil das nach einem plausiblen Zweck klingt, fängst du tatsächlich an mitzudenken.
00:08:46: Größere Mengen verlässlich jedes Mal eine Liste wer was bestellt hat und irgendwann meist schleichend merkst Du?
00:08:54: Das Backen fühlt sich nicht mehr wie Samstagmorgen an.
00:08:58: es fühlt dich an wie eine zweite Teilzeit-Stelle nur unbezahlter.
00:09:02: Genau dasselbe passiert mit dem Kollegen, der abends für sich Gitarre spielt bis jemand vorschlägt.
00:09:08: Er soll das doch mal auf den Sommerfest vorspielen und plötzlich übt er statt einfach nur zu spielen!
00:09:16: Genau das haben Psychologinnen schon in den neunzehntenhundertsiebziger Jahren nachgewiesen unter anderem Edward Deci in einem inzwischen berühmten Experiment.
00:09:29: Menschen die ein Rätsel aus reiner Neugier lösten verloren spürbar ein Lust daran, sobald man ihnen Geld dafür anbot und zwar auch dann noch wenn die Bezahlung längst wieder wegfiel.
00:09:46: Man nennt das den Overtjustification-Effekt.
00:09:50: Sobald eine äußere Belohnung ins Spiel kommt, verkümmert langsam die Innere.
00:09:57: Der Zweck frisst die Freude – nicht umgekehrt!
00:10:07: Was also tun mit diesem Wissen?
00:10:10: Der einfachste Schutz gegen den Overjustification Effekt ist erstaunlich unspektakulär.
00:10:15: Manche Dinge einfach nie in die Zweckmaschine geben, das heißt es gibt in deinem Leben vermutlich schon Tätigkeiten, die genau diesen Raberutsch-Effekt haben beim Kochen und Rezept vor sich hin so.
00:10:30: Ziellos mit dem Hund eine unbekannte Straße entlanglaufen, fünf Minuten sinnlos auf der Gitarre klimpern ohne ein Lied daraus machen zu wollen.
00:10:37: Und der Trick ist nicht es geheim zu halten!
00:10:40: Du darfst ruhig ein Foto machen und das der Freundin schicken, dem Nachbarn einen Stück Kuchen schenken.
00:10:46: Der Trick ist es nicht zur Verpflichtung werden lassen.
00:10:49: kein Plan keine Serie keine Liste kein Muss.
00:10:52: Nicht jede Freude muss eine Zukunft haben.
00:10:56: Manche darf einfach nur in dem Moment existieren, indem sie passiert und dann verschwinden ohne Spur oder Foto.
00:11:06: Das klingt banal?
00:11:07: Es ist aber ziemlich radikal in einer Welt, in der wir fast alles dokumentieren was uns Freude macht allein schon um Sie zu beweisen!
00:11:16: Der Grabe postet seine Rutschpartien nirgendwo.
00:11:19: Er braucht kein Video, keine Likes, keine Bestätigung von außen.
00:11:23: Dass das jetzt eine gute Nutzung seiner Zeit war – er rutscht einfach.
00:11:26: und genau diese Undokumentierbarkeit dieses Bewusste für sich behalten ist vermutlich der Grund, warum die Freude bei ihm länger frisch bleibt als bei uns!
00:11:43: Das heißt nicht einen neuen Kalendereintrag namens zweckfreie Zeit, siebzehn bis siebzen nur fünfzehn anlegen und ich dann während der fünfzeh Minuten fragen ob du das jetzt richtig zweckfrei machst.
00:11:58: Das wäre wieder der Prüfer.
00:11:59: nun mit Terminplaner sondern eher so die kleinen ohnehin schon vorhandene Momente erkennen und beschützen Die Spirale auf der Einkaufsliste nicht wegschieben sondern zu Ende malen dass vor sich hin Summen beim Abwaschen nicht unterbrechen, nur weil jemand reinkommt.
00:12:16: Dass ziellos herum stöbern in einem Buchladen – ich brauche ja eh ein neues Buch umdeuten – sondern lass es einfach zielos!
00:12:27: Du musst das auch niemandem erklären warum du gerade etwas Sinnloses tust.
00:12:32: Übrigens am wenigsten dir selbst.
00:12:33: die Erklärung, weil es Spaß macht ist vollständig.
00:12:36: Punkt Der Rabe auf dem Dach hat keine Ahnung, dass VerhaltensbiologInnen jahrelang debattiert haben, warum er das eigentlich tut.
00:12:49: Er hätte übrigens auch kein Interesse an der Antwort!
00:12:52: Er ist schon wieder oben auf dem dach und macht sich bereit für die nächste Runde ganz ohne Publikum, ganz ohne Beweisfotos einfach weil dann noch Schnee liegt und er noch Lust hat.
00:13:04: Hier dein Mikroauftrag für die kommenden Tage.
00:13:12: Nimm dir ein paar Minuten für etwas komplett zweckfreies mit den Händen oder dem Körper, kritzel ein Bild im Bürospiel.
00:13:19: Einmal im Kreis drehen Barfuß auf über den Tellpick oder über das Gras laufen ohne Ziele und Grund.
00:13:24: Und wenn danach die Frage in dir hochkommt wofür war das gut?
00:13:28: beantworte sie nicht?
00:13:35: Spür einfach nach wie sich dieses Nicht rechtfertigen Müssen im Körper anfühlt – dass es das Raben rutschen kann!
00:13:42: Kein Zweck nötig nur Rutschen um des Rutschentwellens.
00:13:46: Und je häufiger du das jetzt erstmal im Planung tust, desto mehr wirst du dir das erlauben wenn du in dem Moment wahrnimmst.
00:13:55: Ah ja klar!
00:13:56: Das mache ich jetzt nur weil es mir jetzt für eine ganz kurze Zeit Spaß macht.
00:14:03: Nächste Woche schauen wir uns an wie ein ganzer Bienenschwarm einen Angreifer abwert ohne auch nur einmal zuzustechen und was das über Klarheit ohne Aggression verrät.
00:14:18: Das war Happy Campus!
00:14:20: Und wenn du merkst, dass du selbst deine Erholung noch optimierst, das du dir wünschst öfter einfach mal zu rutschen statt hier hinterher zu überlegen wofür das gut war?
00:14:29: Du diese Impulse nicht mehr nur konsumieren sondern wirklich verkörpern willst.
00:14:33: Wenn du spürst, daß du Begleitung auf deinem Weg zur Mehr Selbstwirksamkeit haben möchtest dann lade ich dich herzlich in die Happy Campus Community ein.
00:14:43: Dort bin ich alle drei Tage mit einem kleinen Mikromument an deiner Seite, damit du dran bleibst und nicht alles was du gerade gelernt hast im Alltagstrubel schon wieder vergisst.
00:14:53: Und einmal im Monat?
00:14:54: Da gehen wir in unsere Online-Fortbildung so richtig in die Tiefe!
00:14:57: Dann nehmen wir uns die Zeit für das was im Alltag oft zu kurz kommt um bringen deine Selbstwirksamkeit beruflich wie privat wieder so richtig zum Leuchten.
00:15:06: Vereinbare ein Infogespräch auf www.happinesscampus.de.
00:15:11: Komm dazu.
00:15:12: Wir warten auf dich, werdet Teil der HCC.
00:15:16: Frag nicht wofür es gut war.
00:15:18: Rutsch einfach noch einmal!
00:15:21: Für dich.
00:15:22: du bist wichtig Du bist richtig Du gestaltest Zukunft.
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